Coffs Harbour

Kurzportrait

Ingo Öland: Dorrigo NP; Klicken Sie auf das Bild um eine vergrößerte Ansicht sehen zu können.
Dorrigo NP
📷 © Ingo Öland

Coffs Harbour liegt am nördlichen Ende der „Holiday Coast“, die nach Süden durch Port Macquarie fortgesetzt wird und ihr südliches Ende in der Region Hunter Valley hat. Neben dem Begriff „Holiday Coast“ gibt es auch noch den der „North Coast“ – was allerdings nur aus der Perspektive von Sydney Sinn macht, weil es eben der Norden von New South Wales ist. Im Sommer droht das beliebte Städtchen mittlerweile aus allen Nähten zu platzen. Aber schon wenige Kilometer südlich oder nördlich finden sich selbst um Weihnachten ruhigere Alternativen für den ausgedehnteren „Halfway-Stop“ zwischen Sydney und Brisbane.

Nambucca Heads – (40 km S) hat herrliche Sandstrände, die auch in der Hochsaison nie überlaufen sind. Das Nambucca Valley war früher bedeutendes Holzfällerzentrum. Zwischen 1878 und 1954 strandeten hier 15 Schiffe. Bekannt ist die Küstenregion auch als Bananenanbaugebiet, dank einem besonders ausgeglichenen Klima.

Das „Hinterland“ (so heißt es hier wirklich) bietet eine Vielzahl attraktiver Urlaubsziele. Zum Beispiel Dorrigo (730 m.ü.M., 80 km SO) – auf einem Ausläufer des New England Plateau. Schon die Anfahrt auf dem “Waterfall-Way” zum Dorrigo National Park hinauf in das malerische Dorrigo-Plateau ist ein Erlenbniss. Schroff fällt die Kante des noch von urzeitlichem subtropischen und kühlgemäßigten Regenwald bewachsenen Plateaus gen Osten ab. Der Park besteht aus etwa 8.000 ha Regenwald verschiedenster Ausprägung (subtropisch, warm, kühl, trocken – ja, das gibt’s auch „trockener Regenwald“ … vor Ort erfahren Sie mehr). Über 60 Vögel sind hier einheimisch. Eine steile Bergstraße führt von Bellingen (23 m.ü.M.) im Bellinger Valley hinauf in das Mittelgebirge. Das Städtchen hat 1.200 Einwohner und ist ein Kontrapunkt zum Trubel mancher Küstenorte an der Holiday Coast – wie zum Beispiel Coffs Harbour. Viele namhafte Künstler aus Sydney und Brisbane haben hier ihren Zweitwohnsitz. Angelockt hat sie außer der Ruhe und der eindrucksvollen Natur auch das angenehm gemäßigte Höhenklima. Das Dorrigo Plateau hat einen bekannten Nationalpark mit subtropischem und gemäßigtem Regenwald anzubieten, jede Menge Wasserfälle (darunter den höchsten in Australien).

Neben dem nahegelegenen Dorrigo National Park gibt es noch eine Reihe weiterer „wanderbarer“ Nationalparks, die Dorrigo als strategisch günstigen Ausgangsort für Übernachtungen empfehlenswert machen: Hervorgehoben sei der New England National Park. Der Round Mountain in den New England Tablelands bietet mit 1583 m.ü.M. die höchste Erhebung in New South Wales ausserhalb der Alpen, die auch noch vergleichsweise leicht zugänglich ist.

Lage
Coffs Harbour: 30° 18’ S 153° 7’ O 🗺️ Orts-/Regionsdarstellung in Online-Karten

Lokalzeit aktuell
Zeitzone: GMT +10, Eastern Standard Time

Wetter aktuell

Klima
Gemäßigtes Klima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, Niederschläge recht gleichmäßig verteilt; Sommer: mild bis heiß; Die Winter sind „frisch“, aber nicht kalt – mit Tagestemperaturen um 18 C max. im Durchschnitt sehr angenehm, im Sommer hat man nicht so oft die hohe Luftfeuchtigkeit wie in Byron Bay, and der Gold Coast oder noch nördlicher.

Einwohner
ca. 70.000 (2016; zum Vergleich: Anfang der 90er Jahre zählte der Ort nur ca. 20.000 Einwohner)

Unsere Empfehlung

2 Tage sollten Sie sich für Coffs Harbour und Umgebung mindestens Zeit nehmen. Jeder zusätzliche Tag lohnt sich natürlich. Die Region um Coffs Harbour eignet sich gut für einen (auch durchaus wesentlich ausführlicheren) Zwischenstopp auf dem Weg von Sydney nach Brisbane oder umgekehrt. Je nach Interessenschwerpunkt sollte der Übernachtungsort entweder in der Nähe der Küste oder bei Wanderern im Mittelgebirge gewählt werden. Die folgende Empfehlung richtet sich an Individual-Reisende, die nur diese 2 Tage Zeit haben und ein Fahrzeug zur Verfügung haben. Wenn Sie weniger Zeit haben, wählen Sie aus unseren Tipps einfach Ihre persönlichen Favoriten.

1. Tag – Die Bananenküste

  • Die Strände der Holiday Coast haben ihren Ruf nicht umsonst. Genießen Sie das Strandleben. Wild und umtriebig in Coffs Harbour, ruhiger in den Örtchen nördlich und südlich der Metropole der Holiday Coast.
  • In der Saison sollten Sie eine Whalewatching-Tour erwägen.
  • Falls Sie was für Bananen übrig haben, kann ein Besuch der Big Banana durchaus interessant sein. Wer allergisch auf teilweise stark amerikanisiertes Edutainement reagiert, sollte es lieber bleiben lassen.

2. Tag – Das Hochland um Dorrigo

  • Selten bietet die Ostküste auf weniger Kilometern mehr Kontraste. Berge bis auf 1562 m, steil abfallende Felswände, rauschende Wasserfälle. Und vor allem viel Grün aller Arten. Eine Tour über den Waterfall Way bis zum Point Lookout – mit einigen Wanderungen und Spaziergängen – macht vielleicht Appetit auf mehr … und einen längeren Aufenthalt hier.

Überblick

  • Von Mutton Bird Island: Von einen kleinen ins Meer ragenden Berg haben Sie einen schönen Ausblick auf den Yachthafen, die Stadt Coffs Harbour und die Küste. Alternativ bietet der Sealy Lookout im Bruxner Park oberhalb von Coffs Harbour einen ausgezeichneten Überblick.
  • Wer den Regenwald der Region kennenlernen will, findet auf dem Weg von Bellingen nach Dorrigo kurz vor Dorrigo, nach links einen Weg zu „Griffiths‘ Lookout“ (in die Maynard Plains Road abzweigen beim Lookout Motor Inn – etwa 3 km vom Highway entfernt). Der fantastische Blick über den National Park, in das Bellinger Valley bis hin zur Küste gilt als einer der eindrucksvollsten an der australischen Ostküste.
  • Der beste Aussichtspunkt auf das weitläufige Flussdelta bei Nambucca Heads sowie die herrlichen Pazifikstrände ist beim Captain Cook Lookout. Der weitläufige auf mehreren Hügeln verteilt gelegene Ort selbst besitzt noch zahlreiche weitere schöne Aussichtspunkte, die sich am besten auf einem ausgedehnten Spaziergang erwandern lassen.

Wandern

  • Bester Ausgangspunkt zur Information über die zahlreichen Wandermöglichkeiten im Dorrigo National Park ist das Dorrigo Rainforest Centre (2 km O Dorrigo). Das Rainforest Centre bietet u.a. einen „Canopy Walk“ – also einen Holzsteg, der über den Baumwipfeln zu einer Aussichtsplattform führt. Sehr lohnenswert.
  • Der New England National Park liegt zwischen Dorrigo und Armidale. Er zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe der Menschheit. Er bezieht seine Besonderheit aus seiner Vielfalt der Klimazonen – von Schneeeukalypten über antarktischen Buchenwald bis zu subtropischer Vegetation. 500 Pflanzenarten sind hierbeheimatet, ebenso wie viele Beuteltierarten. Viele gut ausgezeichnete Bushwalks erschließen die Moosflure der Buchenwälder und Farntäler. Die Strasse führt bis zum „Point Lookout“ (1562 m.ü.M.) mit spektakulären Ausblicken und mehreren attraktiven Wandermöglichkeiten. Besonders zu empfehlen: Der 6,4 km „Lyrebird Nature Walk“ Rundweg beginnt am Banksia Point (800 m S des of Point Lookout).
  • 40 km O Armidale, an der Route von Dorrigo nach Armidale stürzen sich Australiens höchste Wasserfälle herunter – die Wollomombi Falls (220 m). Besonders eindrucksvoll nach einem stärkeren Regenfall. Auf 1160 m bieten sich Gratwanderungen zu zwei sehr schönen Aussichtspunkten an. Für besonders fitte Wanderer ist der Abstieg in die Schlucht des Chandler River mit Schwimmmöglichkeit interessant (5 Std. h/zur.).
  • Dritter Park ist unweit der Cathedral Rock National Park (Abzweig 5,4 km NO der Point Lookout Road) – beliebt unter Kletterern. Landformationen, Vegetation und Temperaturen sind zum New England National Park stark verschieden. Den Besucher erwarten leicht zugängliche Regenwaldtäler, Feucht- und Trockeneukalyptenwälder sowie Wallabies und Kängurus in den Sümpfen zur Abenddämmerung.
  • Noch wenig bekannt, aber nicht weniger reizvoll ist das von zahlreichen Wasserfällen geprägte Tal des Urumbilum River, das den Bindarri National Park bildet (20 km W Coffs Harbour). Kein Wunder: Der Tallowwood Point innerhalb des Parks gilt als regenreichster Ort in New South Wales… Einer der Höhepunkte bei den Wanderungen in diesem Tal ist ein Bad im meist angenehm erfrischenden Fluss. Der Park ist vergleichsweise noch gering erschlossen. Der beste Aussichtspunkt ist Tuckers Nob im Süden des Parks, der auf einer anspruchsvollen Wanderung erreicht werden kann. Innerhalb des Parks sind die Straßen nur mit Allradfahrzeugen befahrbar. Die wenig befahrenen Straßen eignen sich aber sehr gut für Wanderungen und Vogelbeobachtungen.

Und damit haben wir immer noch längst nicht alles aufgezeigt….

Anreise

Flughafen
national: Coffs Harbour (Flughafen-Kürzel: CFS); international: Sydney (Flughafen-Kürzel: SYD)

Straßen
Entfernungen von Coffs Harbour – jeweils auf direktem Weg
🗺️ Sydney: 532 km (6 3/4 h)
🗺️ Brisbane: 398 km (5 1/2 h)

Bahn
u.a. mit den Zügen Nord: XTP aus Brisbane, Süd: XTP aus Sydney

Sehenswertes

Fauna

  • Der Pet Porpoise Pool bietet Robben- und Delphinvorführungen. Wer auf seiner Tour auch die Gold Coast im Programm hat, wird wahrscheinlich Sea World attraktiver finden.
  • Von der Vogelinsel Mutton Bird Island (mit Brutkolonie diverser Arten) besteht oft die Chance Delphine zu beobachten. (erreichbar über den Fußweg im Jachthafen entlang der Mole). Buckelwale stellen die Hauptattraktion der Whalewatching-Touren.

Flora

  • Den Besucher erwartet in der Region eine besonders attraktive Mischung von subtropischem und gemäßigtem Regenwald innerhalb nur weniger Kilometer und Höhenmeter. Yuccapflanzen, wie die Cabbage Trees, Farnbäume und Aufsetzerpflanzen (zum Beispiel Hirschfarne) sind typisch für die Vegetation in den bekannten und weniger bekannten Nationalparks wie Dorrigo Nationalpark oder Bindarri National Park.
  • Mitten im Stadtzentrum von Coffs Harbour liegt der zwar kleine, aber sehr schöne North Coast Regional Botanic Garden. Er bietet eine Auswahl lokaler und regionaler Pflanzen.
  • Der Bruxner Park ist ein beliebtes Naherholungsziel oberhalb Coff Harbours. Auf der Anreise fährt man durch Bananenplantagen und vorbei an zahlreichen Avocadobäumen. Der Sealy Lookout bietet einen ausgezeichneten Ausblick. Im Park erwarten Sie ein Urwald aus hohen Eukalyptusbäumen.
  • Grafton (90 km N) ist bekannt wegen seiner Jacaranda Bäume, die Ende Oktober/ Anfang November die Stadt in ein violettes Blütenmeer tauchen. Dann wird auch das Jacaranda-Festival gefeiert.
  • In Nambucca Heads (40 km S) ist ein Wanderweg (Boardwalk) durch das Mangrovendickicht des Flussdeltas angelegt worden, der bei Ebbe (u.a. wegen der Mangrovenkrebse) besonders sehenswert ist.

Technik
In Privatinitiative werden in Dorrigo (80 km SO)  alte Lokomotiven und Waggons gesammelt und mit viel Liebe restauriert. Leider ist das Dorrigo Steam Railway and Museum (Tallowood Street) bisher (Anfang 2021) nicht eröffnet und man kann die Züge nur aus einigen Metern Entfernung anschauen. Nach eigenen Angaben hat das Museum bereits über 55 Lokomotiven und 280 Waggons gesammelt – angeblich die größte Sammlung der Südhalbkugel. 70 km stillgelegter Stecke sollen in ansehbarer Zeit für die Museumszüge wiedereröffnet werden. Dann könnten Tagesausflügler mit den Technik-Veteranen auf Tour gehen.
🔗 Dorrigo Steam Railway and Museum

Lifestyle
Bellingen (30 km S) ist nach wie vor eine „Metropole“ alternativer Lebensentwürfe von Aussteigern und einstigen Hippies. Der Ort hat seinen Namen nicht etwa vom südbadischen Namensvetter Bad Bellingen oder dem Bellingen im Westerwald. Eine Gemeinschaft der Gumbaynggir Aborigines nannten den Fluß im Tal ‚billengen‘. Aus einem Örtchen der Milchbauern und Holzfäller entstand seit den 60ern ein Städtchen mit urbanen Einflüssen. Das zeigt sich auch in den Menüs der Cafes oder den „Saturday-Shoppern“. Am 3. Samstag eines Monats findet Bellingen’s Community Market im Bellingen Park statt – weit mehr als eine reine Verkaufsveranstaltung sondern jedes Mal auch ein Fest des speziellen Lebensstiles im Städtchen.

Kulinarisches

  • Bananen: Die Big Banana markiert den Eigenanspruch als Bananenmetropole. Der Freizeitpark am Berghang ist das touristisch-kitschige Aushängeschild des Bananenanbaus. Alles dreht sich hier um die Frucht. Kleine Züge führen durch die Plantagen und auf der Fahrt wird Wissenswertes über Anbau und Ernte vermittelt. Kleine Laboratorien zeigen die Forschung an neuen Arten. Der Aussichtspunkt im Park bietet einen schönen Blick auf die Küste. Wo es Bananen gibt, ist eine „Banana Republic“ nicht weit: Woolgoolga (34 km N) hat sich 1990 dazu ernannt. Der hübsche, kleine Ort direkt am Pazifik ist von Bananenplantagen umgeben. Ein weiteres Merkmal des Ortes ist eine Moschee.
  • Milch: Das Dorrigo Plateau mit seinen vulkanischen Böden und seinen „verlässlichen“ Niederschlägen gilt als besonders fruchtbares Gebiet. Während die einst führende Holzwirtschaft an Bedeutung verlor, ist die Milchwirtschaft für viele Bauern Existenzgrundlage. Damit steht das Plateau in reizvollem Kontrast zu den subtropischen Kulturen der Küstenregion.
  • Bier: The Pub with no Beer – ihm ist eines der bekanntesten traurigen Volkslieder Australiens gewidmet – steht in Taylor Arm (110 km S Coffs Harbour, 30 km W Macksville). Mittlerweile hat der Pub eine eigene Brauerei.
    🔗 The Pub with no Beer

Aktivitäten

Baden

  • Diggers Beach (3 km N) hat auch einen kleinen Nacktbade-Abschnitt, außerdem sind Park Beach (O) sowie Moonee und Emerald Beach empfehlenswert.
  • Woolgoolga (34 km N) hat einen gepflegten, bewachten und relativ leeren Strand.
  • Nambucca Heads (40 km S) kann ebenfalls gleich mit einer ganzen Reihe sehr schöner Strände zum, Surfen und Schwimmen aufwarten. Neben der Main Beach gibt es auch noch die etwas einsamere Beilby’s Beach. Reisende mit Kindern werden die seichten Strände des weitläufigen Nambucca Inlets bevozugen. Als Geheimtip gilt der kilometerlange schneeweisse South Beach, der bei Ebbe durch einfaches Durchwaten des Flüsschens im Nambucca Inlet zu erreichen ist.

Kanu / Rafting
Nymboida mit den Stromschnellen des Goolang River gelten unter Australiens Profi-Kanuten als bestes Trainingsrevier. Der Fluss ist auch für Whitewater-Rafting sehr gut geeignet. Wer will kann zusätzlich einige der Rapids mit dem Body-Board bewältigen.

Wasserski
Maclean (142 km N) gilt nicht nur als besonders schottisch geprägter Ort. Auf dem Clarence River kann man auch Wasserski fahren.

Shopping

Märkte
Jeden Sonntag finden in Coffs Harbour vormittags 2 kombinierte Wochenend-Flohmärkte statt. Interessant ist der größere Markt in einem Parkhaus in der Nähe des Hafens (Jetty). Neben Obst, Gemüse gibt es auch frisches deutsches Vollkornbrot (!) sowie Malereien, und Kleidung.

Quellen für weitere Informationen zur Region

🔗 Coffs Coast Visitor Information
🔗 Park-Übersicht des Department of Environment, Climate Change and Water (State Parks / National Parks)
🔗 Coffs Harbour City Council
🔗 Big Banana
🔗 Bellingen Visitor Centre
🔗 Nambucca Valley Visitor Information Centre
🔗 Clarence Coast Visitor Information Centre (rund um Grafton)

Weiterreise

Für Ihre Weiterreise finden Sie Tipps bei unseren
🦘 Routen-Empfehlungen

Folgende Ziele werden u.a. in AUSTRALIEN-INFO vorgestellt:
🦘 Byron Bay
🦘 Hunter Valley / Port Stephens
🦘 Port Macquarie