Melbourne

Ingo Öland: Melbourne: am Yarra River bei Nacht
Am Yarra River bei Nacht
📷 © Ingo Öland

Die zweitgrößte Stadt Australiens und Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Zur Bevölkerung der Stadt gehören viele Einwanderer, die chinesischer, britischer, griechischer, italienischer, irischer, kroatischer, vietnamesischer sowie jüdischer Herkunft sind. Die Stadt ist stark durch Einwanderer aus Südeuropa – insbesondere Griechen – geprägt. Ein buntes Völkergemisch von Menschen aus mehr als 140 Nationen. Die Menschen, leben im offenen Dialog, in lebendigen Vierteln. Wer Lust verspürt, aus der eigenen Welt auszubrechen, setzt sich nicht in den Flieger und verlässt das Land, sondern fährt Tram und ruckelt auf alten Schienen in eine andere Welt.

Die Einwohner von Australiens Sporthauptstadt und der Olympiastadt von 1956 begeistern sich für Football, Cricket und Tennis. Melbourne ist Austragungsort des Tennis Grand Slam Turniers der Australian Open, dem australischen Formel 1-Grand Prix und des Top-Reitsport-Ereignisses „Melbourne Cup“.

Kultur wird groß geschrieben, u.a. in mehreren Musical-Theatern. Am Federation Square – vis-à-vis des Bahnhofes – steht seit 2002 ein ambitioniertes neues Kulturzentrum. Die Stadt besitzt noch zahlreiche vornehme viktorianische Bauten aus der Zeit des frühen Goldrausches in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Stolz ist man unter anderem darauf vom britischen Wirtschaftsmagazin „The Economist“ von 2011 bis 2017 sechs Mal in Folge den Titel als „lebenswerteste Stadt der Welt“ erhalten zu haben. Seit 2018 rangiert Melbourne in diesem Ranking hinter Wien auf Platz zwei.

Lage
Melbourne: 37° 49’ S 144° 57’ O
🗺️ Orts-/Regionsdarstellung in Online-Karten

Lokalzeit aktuell
Zeitzone GMT +10, Eastern Standard Time

Wetter aktuell

Klima
gemäßigtes Klima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, Niederschläge gleichmäßig verteilt; Sommer: mild; Winter: kühl mit kalten Nächten
🦘 Detaillierte Klimatabelle zu Melbourne (u.a. mit den Temperaturen der einzelnen Monate)

Einwohner
ca. 5,1 Mio. in der Metropolregion (2019)

Geschichte
Melbourne wurde 1837 gegründet und nach dem damaligen britischen Premierminister Lord Melbourne benannt.

Unsere Empfehlung

Ein bis drei Tage sollten Sie für Melbourne und direkte Umgebung Zeit nehmen. Jeder zusätzliche Tag lohnt sich natürlich. Die folgende Empfehlung richtet sich an Individual-Reisende, die nur diese ein bis zwei Tage Zeit haben und ein Fahrzeug zur Verfügung haben. Wenn Sie weniger Zeit haben, wählen Sie aus unseren Tipps einfach Ihre persönlichen Favoriten. Melbourne eignet sich auch gut als Start oder Ende Ihrer Australien-Reise.

1. Tag – Innenstadt

  • Eine erste Übersicht bekommen Sie am besten vom Eureka Tower.
  • An Werktagen empfehlen wir im Anschluss die Fahrt ums Stadtzentrum mit der kostenlosen Circle Tram. Zwischendurch können Sie immer wieder aussteigen. Auch am Wochenende lohnt sich eine Straßenbahn-Tour mit den regulären Linien.
  • Als Unterbrechungen bieten sich an: Der Royal Botanical Garden, der Hauptbahnhof Flinders Station mit Blick über den Yarra River zum Victorian Arts Centre, der unmittelbar benachbarte Federation Square der Queen Victoria Market und ein Bummel über die Einkaufsmeile der Swanston oder Collins Street.
  • Auf jeden Fall sollte man den sog. Laneways einen Besuch abstatten. Das sind die ehemals dunklen Gassen in der City, die früher den Lieferfahrzeugen oder den Werkstätten der Handwerker vorbehalten waren. Heute befinden sich dort originelle Läden und Lokale. In dien Laneyards findet sich auch grelle Straßenkunst. Auf vielen Freiflächen der Innenstadt sind Graffitis ausdrücklich erwünscht. Oft verändern die kleinen Gassen der Laneways von heute auf morgen ihr Gesicht. In der schmalen Lingham Lane leuchtet pink eine Lichtinstallation – entstanden als Projekt der Laneway Commission, die seit 2001 Künstler aus aller Welt einlädt, im Gassengewirr der City Klanginstallationen, schwebende Skulpturen, Wandgemälde oder andere Werke zu schaffen.
  • Für den Abend empfiehlt sich eine kulinarische Exkursion: Die Kochkünste der Einwanderer aus Südeuropa und Südostasien wetteifern in Restaurants und Bistros, z.B. in North Melbourne um Ihre Gunst.

2. Tag – Ausflug nach St. Kilda
In Melbourne kann man mit der Straßenbahn in ca. 30 Minuten zum Strand und zu Papageien fahren – nach St. Kilda. Der Strand besteht aus feinem Sand, er wird täglich gesäubert. Entlang des Strandes findet man eine Vielzahl von Läden und Restaurants. Die Nächte können, besonders am Wochenende, ausgesprochen kurz sein. Im Freizeitpark mitten in St. Kilda befindet sich auch eine der größten und ältesten Holzachterbahnen Australiens von 1912. Wer bei Sonnenuntergang aufmerksam durch den strandnahen Stadtpark schlendert, trifft auf zahlreiche Papageien, mit etwas Glück auch auf Kakadus. Die Attraktivität mancher Melbourner Vororte wie St. Kilda wird von vielen Reisenden unterschätzt. Sie planen folglich für diesen Vorort von Melbourne nur mal ein, zwei Stunden einkalkulieren, dabei ist der Vorort locker einen ganzen Tag wert um dort zu bummeln und die ausgefallenen Läden kennen zu lernen oder auch um sich einfach mal auf einen Latte Macchiato an ein Café in Strandnähe zu setzen und die Leute zu beobachten. Wer dagegen dem Stadtleben nicht so viel abgewinnen kann, kann natürlich diesen Tag in seiner Australien-Reise anders einplanen.

3. Tag – Ausflug in die Dandenongs
Das bis zu 600 m hohe Mittelgebirge im Osten lohnt einen Besuch. Empfehlenswerte Stationen: Die historische Eisenbahn Puffing Billy, der Sherbrooke Forest, die Aussicht auf Melbourne und Umgebung vom Mount Dandenong und zum Abschluss des Tages ein Besuch des Healesville Sanctuarys.

Kostenlose Führung
Wer die Stadt unter kundiger Führung kennenlernen möchte, kann das kostenlose Angebot der „Melbourne Greeters“ nutzen: Etliche Bürger Melbournes bieten sich in ihrer Freizeit als unentgeltliche Stadtguides an und zeigen die Stadt aus ihrer persönlichen Perspektive.
🔗 Melbourne Greeters

Überblick

„The Melbourne Star“ ist ein 120 m hohes Riesenrad, das dem „Millenium Wheel“ in London nachempfunden ist. Es drehte sich als „Southern Star“ von November 2008 an nur wenige Tage bis in den Januar 2009. Die Betreiberfirma ging im März 2013 in Insolvenz. Im Oktober 2013 bekam es neue Eigentümer und ging am 23.12.2013 wieder in Betrieb. Bei gutem Wetter reicht der Rundblick etwas 40 km. 21 klimatisierte Kabinen drehen sich in 30 Minuten einmal im Kreis. Eine vollverglaste Gondel ist immerhin 5,6 m lang und 3,7 m breit und bietet bis zu 20 Personen Platz.
🔗 The Melbourne Star

Der 2006 eröffnete Eureka Tower wurde vom international anerkannten Architekturbüro Fender Katsalidis entwickelt. Mit 297,3 Metern und 92 Stockwerken ist es das höchste Gebäude in Melbourne, der zweithöchste Wolkenkratzer der Südhalbkugel und das zweithöchste Wohngebäude der Welt. Im 88. Stock entstand in 285 Metern Höhe eine Aussichtsplattform mit öffentlichen Flächen und Restaurants. Mit dem schnellsten Aufzug der südlichen Hemisphäre rasen Besucher in nur 40 Sekunden in luftige Höhen. Von der Plattform bietet sich ein atemberaubender Panaromablick auf die Stadt, den Botanischen Garten, die Dandenong Ranges und die Port Phillip Bay. Der „Eureka Tower“ befindet sich im Zentrum der Stadt an der Southbank Promenade, der exklusiven Flaniermeile entlang des Yarra Flusses.

Ein anderes Projekt von Bruno Gollo wurde aufgegeben: Das höchste Gebäude der Welt sollte in den Docklands stehen – mit 560 m und 113 Stockwerken. Gegen „Taipei 101“ ist also zunächst kein australischer Wettbewerber in Sicht.

Anreise

Flughafen
international: Melbourne (Flughafen-Kürzel: MEL)
Fahrt ins Zentrum mit dem Airport-Bus (günstigstes Transportmittel) ca. 35 Min.
national: Avalon (Flughafen-Kürzel: MEL) – 55km von Melbourne und 15 km von Geelong.

Strassen
Entfernungen von Melbourne – jeweils auf direktem Weg
🗺️ Adelaide (direkt – Western & Dukes Highway/Nr.8): 728 km
🗺️ Sydney – via Hume Highway/Nr.31: 882 km
🗺️ Brisbane – via Newell Highway/Nr.39: 1692 km

Bahn

  • Startpunkt des XPT nach Sydney und Brisbane
    🔗 XPT Pacific
  • Startpunkt des „Overland“ nach Adelaide
    🔗 The Overland

Nahverkehr

Bus & Bahn
Ein gutes Bus- und Bahnnetz verbindet die Innenstadt mit den Außenbezirken.
Die bereits schon mal totgesagte Straßenbahn bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs zwischen Innenstadt und den Vororten. Während die Busse im Rush-Hour-Stau hängen, verkehrt sie trotzdem recht zuverlässig. Die charmanten, alten, grünen Vehikel der Straßenbahn sind eines der Wahrzeichen der Stadt. Im Kernbereich der Innenstadt ist die Straßenbahn seit 2015 gratis.
Die meisten Pendler aus den Vororten nutzen die Nahverkehrszüge (Connex – früher: M-Trains).
Die historische dampfgetriebene Schmalspurbahn Puffing Billy, die von Belgrave (35 km W) nach Emerald durch eine Schlucht in den Dandenongs fährt, sollten sich Eisenbahnfans nicht entgehen lassen.Seit 2013 wird in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Melbourne nur noch die Chipkarte myki akzeptiert. Die myki Karte kann zunächst ohne Guthaben bestellt werden. Die Aufladung erfolgt per Telefon mit Kreditkarte, oder an diversen Verkaufsstellen, vergleichbar der Vorgehensweise bei Prepaid-Karten. Die früheren Papierfahrkarten (Metcard) wurden 2012 abgeschafft.
🔗 Myki
🔗 MetLink Melbourne (Stadtverkehr)
🔗 MetLink Melbourne: Circle Tram – kostenlose Touristenroute

Straßen
Teile der Stadtautobahn von Melbourne sind gebührenpflichtig („Toll Road“).

  • Der „City Link Southern Link“ ermöglicht ein rasches Forkommen gen Süden.
  • Der „City Link Western Link“ ist auch die Hauptverbindung zum Flughafen.
  • Der 39 km „City Link East Link“ (früher Mitcham Frankston Freeway) verbindet die östlich von Melbourne gelegenen Städte Mitcham und Frankston

Verwendet wird ein elektronisches System, welches sogenannte Transponder ausliest, die sich in den Fahrzeugen befinden. Dazu sind an bestimmten Stellen über der Fahrbahn Auslesegeräte installiert. Diese Regelung betrifft auch alle Mietwagen. Tagespässe können online, telefonisch (132629), an allen Citylink Büros, an Shell-Tankstellen und bei der australischen Post gekauft werden. Sollten die Mietwagen nicht mit den notwendigen Karten ausgerüstet sein, sind Strafen zu zahlen, welche den Kunden am Mietende in Rechnung gestellt werden.
🔗 Citylink – Information zu Mautgebühren und Bezahlungsarten

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: In Melbourne gibt es sogenannte Hook Turns: Von der linken Spur ist nach rechts abzubiegen, um nicht der Straßenbahn in der Fahrbahnmitte in die Quere zu kommen.

Fahrrad
Ein City-Bike auszuleihen ist eine attraktive Alternative um die Stadt kennenzulernen. Diverse Verleihfirmen, teilweise in der Nähe von Backpacker-Hotels. 33 Kilometer lang folgt der Main Yarra Trail dem Flusslauf; 19 sportliche Sightseeing-Kilometer bietet der Merri Creek Trail, weitere 28 Kilometer der Maribyrnong River Trail. St. Kilda ist das Mekka der Kite-Surfer und Rollerblader. Jogger, Skater und Radfahrer sausen hier über die Strandpromenade, die auf zehn Kilometer Länge zwischen Port Melbourne und Elwood die Port Phillip Bay säumt.

Sehenswertes

Fauna
Die Royal Melbourne Zoological Gardens in Parkville (4 km NW) zeigen über 400 Tierarten aus aller Welt. Besondere Attraktion sind die Schmetterlings- & Schnabeltierhäuser und ein großes Freigehege mit Kängurus, Wallabies sowie weiteren Beuteltieren und neugierigen Emus. Eine begehbare Voliere zeigt über 50 seltene australische Vögel aus nächster Nähe.
Melbourne Zoo
Das etwas kleinere, aber hervorragend konzipierte, Healesville Sanctuary in Healesville (61 km NW) hat sich ausschließlich auf australische Tiere spezialisiert und zeigt nahezu alle Arten. Bei Kindern besonders beliebt ist der „Streichelwombat“. Das Animal Health Care Centre ist einmalig in Australien – dort werden verletzte Tiere wieder gesund gepflegt und als Tourist kann man sogar bei Operationen zuschauen.
🔗 Healesville Sanctuary

Der Sherbrooke Forest (40 km W) in den Dandenongs mit seinen hohen Eukalyptuswäldern bietet gute Beobachtungsmöglichkeiten für Vögel, insbesondere Rosellas (sehr fotogene Wellensittichart).

Im Melbourne Aquarium lockt u.a. „Antarctica“ – eine für Australien einzigartige arktische Welt, die nicht nur die für die Region so berühmten Pinguine zeigt sondern auch andere arktische Meeresbewohner. Bei der „Shark Walker Experience“ kann man umgeben von Haien, gigantischen Stachelrochen und unzähligen Fischen einen Spaziergang mit Spezialausrüstung durch die einmalige Unterwasserwelt Australiens auch ohne Tauchschein und ohne nasse Haare machen.
🔗 Melbourne Aquarium

An diversen Orten in Australien kümmern sich private Initiativen um verletzte oder kranke Tiere oder verwaiste Jungtiere. In der Region Melbourne ist dies das Mansfield Wildlife Shelter. Im Gegensatz zu einem Zoo hängt der Tierbestand immer vom aktuellen Pflegebedarf für verletzte Tiere ab. Oft handelt es sich dabei um Tiere die im Straßenverkehr verletzt wurden. Aufgepäppelt werden neben Wombats in dieser privaten Pflegestation auch Koalas, Kängurus und zuweilen sogar Adler.
🔗 Mansfield Wildlife Shelter

Flora
Die Royal Botanical Garden in South Yarra (1 km S Innenstadt): Einer der schönsten und grössten Gärten des Landes ist ein Muss für Botanik-Fans. Er hat regelrechte „Farnhöhlen“, ein romantisches Teehaus am Ornamental Lake, einen Kakteengarten und verschiedene Gewächshäuser.
🔗 Royal Botanical Garden

Die Fitzroy Gardens (1 km O Innenstadt) sind ein beliebter Platz für eine gemütliche Mittagspause. Hier steht das Originalelternhaus von Captain Cook, das 1934 eigens aus England nach Melbourne verschifft wurde. Kurios: Das Wegenetz der schattigen Spazierwege im Park ist nach der englischen Flagge angelegt worden.

Im Sherbrooke Forest (40 km W) am Mittelgebirge der Dandenongs wächst Australiens höchste Eukalyptenart (Eucalyptus regnans, auch Mountain Ash genannt – bis über 80 m). Der höchste Baum Victorias steht mit 83m in der Nähe von Marysville (Yarra Ranges).

Architektur

  • Melbournes Hauptbahnhof – die Flinders Station besticht durch eine filigrane Stahlkonstruktion aus der Gründerzeit und hat mit dem Bahnsteig Nr.1 den „längster Bahnsteig der Welt“ (über 700 m lang).
  • Neben der Flinders Station steht seit 2002 der architektonisch kühn gestaltete Federation Square. Seine Formen erinnern an Spinnennetze. Mit diesem Gebäudekomplex versucht Melbourne aus dem Schatten der glamourösen Schwester Sydney zu treten. Die durch Lab Architecture gemeinsam mit dem altehrwürdigen Melbourner Architekturbüro Bates Smart entworfene Bebauung besticht nicht nur durch gestalterischen Wert und einem hohen konzeptuellen Anspruch, sondern weist auch einige bemerkenswerte technische Besonderheiten auf.
    Nicht nur der Umfang der Bauaufgabe, immerhin waren 45.000 m2 Nutzfläche für verschiedenste Nutzungen auf der Größe eines innerstädtischen Blockes gefordert, auch die technischen Rahmenbedingungen erforderten höchste Anstrengungen bei Planern und Ausführenden. So war es z. B. nötig, die noch teilweise genutzten großflächigen Schienenanlagen komplett zu überdeckeln, ohne dabei den Transportverkehr der in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Flinders Street Station zu stören. Unter der öffentlichen Plaza liegt ein 1.600 m2 großes Betonlabyrinth – Herzstück eines beeindruckenden passiven Klimasystems: Vorgefertigte, zickzackförmige Betonwände im ansonsten ungenutzten Luftraum zwischen Schienendeckelung und ansteigender Plaza dienen nicht nur als Unterbau und zur Modellierung der Topografie, sondern auch als passives Klimaaggregat für das 3.250 m2 große Glas-Atrium. Bei Nacht wird in dieses Labyrinth aus bis zu 3,5 m hohen Betonwänden Luft geführt, um diese am Tage als Kühlventilation an das Atrium und andere Gebäudeteile abzugeben. Mit dem Ergebnis, dass die Temperaturen im Atrium selbst an den heißesten Sommertagen bis zu 12 Grad Celsius unter den realen Außentemperaturen liegen und der Energieaufwand für Kühlung auf 1/10 gesenkt werden konnte. Gleichermaßen arbeitet das Labyrinth als Wärmeaggregat an kalten Tagen, indem kalte Luft durch die Betonwände vorgewärmt in die angeschlossenen öffentlichen Gebäudeteile geführt wird. (Quelle: Architektur – Österreichisches Fachmagazin)
    Das Kultur- und Kunstzentrum vereint unter seinem Dach nicht nur das Verkehrsbüro und ein Funkhaus (Sendezentrale des 60-Sprachensenders SBS, der auch in deutsch sendet) sondern auch:

Architektur-Interessierte sollten auch einen Blick auf das Redevelopment der Spencer Street Station werfen.

Museen
Ab 1852 bringt der Goldrausch wöchentlich fast 2000 Einwohner ins Land. 64 Tage brauchte damals der Clipper für die Seestrecke von London nach Melbourne.

  • Das Immigration Museum konzentriert sich auf die Erfahrungen Einwanderer verschiedener Nationen seit dem 19. Jahrhundert. Besucher können in den nachgebauten engen Kojen eines Dreimasters sich betten oder im Dampfer-Salon den Luxus wohlhabenderer Passagiere erkunden. Computerprogramme machen es möglich, eigene Verwandte unter den früheren Einwanderern ausfindig zu machen. Von 1901 bis 1958 kontrolliert der berüchtigte Diktattest den Zustrom der Immigranten. Die Neuankömmlinge müssen fünfzig Wörter in einer vorgegebenen europäischen Sprache schreiben. Ist der Fremde unerwünscht, wird der Test weder in der Muttersprache des Immigranten noch auf Englisch abgehalten. Diese geheime Anweisung an die Einbürgerungsbeamten wird hier ausgestellt.
    🔗 Immigration Musuem

Kultur

Das Victorian Arts Centre (südlich des Yarra River), das in seiner Architektur an den Eiffelturm erinnert, soll die „Antwort auf Sydneys Opernhaus“ sein. Ohne Zweifel ist es das kulturelle Herz der Stadt mit Oper, Theater und attraktiven Austellungen.

Markierte Kunstspaziergänge entlang des Yarra River, der Swanston Street oder entlang des Coastal Art Trail an der Port Phillip Bay verraten, wo Künstler wie Tom Robert oder Arthur Boyd die Vorlage für ihre Bilder gefunden haben. Die Werke der weltberühmten Heidelberg School stellt ein Artists Trail mit 52 Werken vor.

Im Kings Domain Park und am Victoria Market weisen Reste von Begräbnisstätten auf die regionalen Ureinwohner – die Koorie hin. Ihre Kultur, Geschichte und Gegenwart hält „Bunjilaka“ lebendig, das Aboriginal Interpretation Centre im Melbourne Museum.

Nightlife
Im Southgate Centre (südlich Yarra River) lässt sich in vielen Restaurants, Weinlokale, Diskotheken und kleinen Theatern die Nacht zum Tage machen. Das aufwendig erbaute Crown Casino ist ein beliebter Treffpunkt. Das schicke Ausgehviertel North Melbourne schließt sich direkt an die City an. In den Pubs, Bars & Galerien pulsiert das Leben. Ein bisschen rustikaler geht es in St. Kilda zu, wo sogar ein kleines Rotlicht-Viertel existiert. Auf nur einer Meile vereint die Brunswick Street die Küchen der Welt von Caffé Latte, Mojito bis zu V.B., Victoria Bitter oder „Better“, wie die Melbourner sagen.

Kultur

  • Die Italiener brachten der Stadt die Kaffee-Kultur. Die Lygon Street im Stadtteil Carlton gilt als Via Veneto der Antipoden. Die Straße ist ein Corso zwischen Kommerz, Kitsch und wahrer Kulinarie, gemischt mit studentischem Flair der nahen Melbourne University. Jahreshöhepunkt: Ende Oktober bei der zweitägigen Lygon Festa.
  • Spanien hat in Melbourne seinen Platz an der „Esplanada Espana“ – der Johnston Street. Die Fiesta steigt im November mit Tapas und Tango, Flamenco und Fado (OK – letzteres ist eigentlich portugiesisch)
  • China wird reflektiert in der Little Bourke Street, (Ostteil der Innenstadt). Um 1880 ein Ort der Opiumhöhlen, Bordelle und Kramläden. Heute mehr eine Kitsch-Esoterik-Mischung von Feng Shui, Qi Gong und Tai Chi, Tarot, Massage und Tantra.

Veranstaltungen
Eine besonders ausgefallene Veranstaltung ist das Midsumma Festival, bei dem sich im Januar/Februar mehr als 100.000 „Gays & Lesbians“ aus aller Welt zum farbenprächtigen Karneval treffen.

Die Olympiastadt der Sommerspiele von 1956 ist sehr sportbegeistert. Hier finden viele Top-Veranstaltungen von internationaler Bedeutung statt, die Zuschauer aus aller Welt anziehen. Der Sportkalender ist voll von Terminen. 3 Top-Termine sind Australien-Reisenden, die echtes „Aussie-Flair“ suchen, besonders zu empfehlen: die Finals im Cricket und Aussie Football („Footy“) sowie das Pferderennen um den Melbourne Cup. Die Sydneysider erkläre sich die Sportbesessenheit der Melbournians wie folgt: Das Wetter in Melbourne sei meist so schlecht, dass man nur zum Sport gehen kann. Die Sydneysider gingen lieber zum Strand. Alle folgenden Terminangaben ohne Gewähr. Während dieser Veranstaltungen empfiehlt sich übrigens dringend die Vorausbuchung von Unterkünften.

  • Tennis: International Australien Open: Letzte 2 Januarwochen – Das Grand Slam Turnier im Melbourne Park ist der Saisonauftakt für den weissen Sport. Der Sportkomplex sucht weltweit seinesgleichen. Der Centre Court, die Rod Laver Arena, fasst 15.000 Besucher. Daneben gibt es noch Plätze für 6.000, 3.000 und 2.000 Zuschauer.
  • Motorsport: Formel 1 – Großer Preis von Australien: Der Formel 1-Zirkus startet in der Regel im März auf dem Kurs im Albert Park in die neue Saison. Auf einer Strecke von 5,269 km werden 58 Runden gefahren. Die Strecke mit 14 variantenreichen Kurven und einem Temposchnitt von 200 km/h wird eigens dafür angelegt. Bis 1995 war Adelaide Austragungsort des australischen Grand Prix.
  • Footy – Australian Football („Footie“) Saisonfinale: letzter Samstag im September – Das Endspiel der Australian Football League im 110.000 Personen fassenden Sportstadien Melbourne Cricket Ground (MCG) – die Riesenarena war 1956 das Olympiastadion – ist gleichzeitig eine Art gesellschaftliches „Frühlingsfest“.
    Aussie Rules scheidet noch heute ganze Stadtteile. Allerdings hält kennt die Rivalität nicht jene Verbissenheit die manchmal in europäischen Stadien oder deren Umfeld zu finden ist. Es gibt keine Fanblocks, wo feindliche Fans eingeschlossen werden müssen oder hohe Zäune ums Spielfeld. Die Fans gehen in der Regel friedlich miteinander um während es auf dem Rasen (gemäss den Footy Regeln) hart zur Sache geht. Der Besuch beim Footy ist auch für Familien mit Kleinkindern nichts außergewöhnliches genauso wenig wie Vereinskleidung für Säuglinge. Vor dem Grand Final kommen schon einmal 25.000 Zuschauer zum letzten Training. Die Parade der Spieler durch die Stadt wird von Hunderttausenden live am Straßenrand verfolgt.
  • Der ultramoderne „Telstra Dome“ bietet 50.000 Zuschauern Platz – auch dort gibt es ein Schiebedach. Darüber hinaus gibt es noch mehrere Stadien mit Kapazitäten für rund 20.000 Besucher.
  • Pferderennen: Melbourne Cup – erster Dienstag im November Staatsfeiertag und das unangefochtene Gesellschaftsereignis Nr.1 in Victoria. Das Galopprennen auf der Bahn von Flemington verfolgen 100.000 Zuschauer an der Rennbahn und Millionen Australier an den Fernsehgeräten – die ganze Nation steht für ein paar Minuten still. In Victoria ist sogar Feiertag.
  • Cricket: Diverse Wettkämpfe In der Sommersaison wird der Australian Football durch Cricket abgelöst. Wenn Sie ein bisschen Zeit und Geduld mitbringen kann der Besuch eines Cricket-Matchs ganz vergnüglich werden.
  • Schwimmen: Im März 2007 fanden in Melbourne die Weltmeisterschaften statt.

Olympia 1956: Das Olympische Museum in Jolimont im Olympic Park mit der Australian Gallery of Sport bietet Videos, Photos, und Themen-Ausstellungen zu australischen Sportshelden der Vergangenheit (täglich geöffnet).

Kulinarisches

Wein
Eine Reihe kleiner Edelwinzer, die ihre Tropfen in sogenannten „Boutique Winerys“ verkaufen finden sich rund um Melbourne, z.B. in Coldstream (46 km W) und im Yarra Valley, [z.B. Fergusson’s, Domaine Chandon, Schuberts, etc.] Proben und Verkauf meist nur an Werktagen.

Aktivitäten

Baden
Melbourne hat auch so etwas wie Badekultur. Bekanntes Fotomotiv sind die bunten Strandhäuschen bei Brighton.

Shopping

Melbourne bezeichnet sich selbst auch gerne als „The Shopping Capital“. Immerhin ist hier Australiens größtes Kaufhaus zu finden – Myers. Für den Reisenden sind aber wahrscheinlich die vielen kleinen originellen Boutiquen attraktiver. Da die Besitzer sehr häufig wechseln, empfehlen wir, dass Sie sich online aktuelle Empfehlungen aus den Melbourne Online-Cityguides entnehmen.

Haupteinkaufszone
Bourke Street Mall, Swanston & Collins Street. Ein ehrwürdiger Palast der Jahrhundertwende mit kleinen Edelläden ist z.B. die Adelaide Arcade.

Boutiquen
Besonders ausgefallene Galerien finden sich z.B. im Viertel North Melbourne und im Nobelvorort Toorak.

Märkte
Die große Markthalle des Queen Victoria Markets lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Der Prahan Market in der Chapel Street zählt zu den empfehlenswerten traditionellen Straßenmärkten. Im South Melbourne Market gibt es einen eigenen Bereich für kleine, lokale Händler und Designer, die wechselnd Stände mieten können. Hier kann man attraktive bezahlbare Unikate von Nachwuchs-Designern finden.
🔗 South Melbourne Market

Quellen für weitere Informationen zur Region

🔗 Totally South (Tourismus)
🔗 Melbourne City Council
🔗 That’s Melbourne (Touristisches Informationsportal der Stadt)
🔗 The Age (Zeitung)
🔗 Deutsche in Melbourne
🔗 Mount Dandenong
🔗 Parks Victoria: Dandenong Ranges Nationalpark

🔗 Deutsch-Australische Industrie- und Handelskammer

Weiterreise

Für Ihre Weiterreise ab Melbourne finden Sie Tipps bei unseren
🦘 Routen-Empfehlungen.

Folgende Ziele werden u.a. in den Tourtipps von AUSTRALIEN-INFO vorgestellt:
🦘 Geelong
🦘 Apollo Bay
🦘 Phillip Island
🦘 Gippsland Lakes (Sale)
🦘 Wilsons Promontory