Sensible Orte für Besucher in Australien

Sydney – 01.10.21: Nach der Schließung des Aufstiegs am Uluru vor 2 Jahren Ende Oktober 2019 wird auch in anderen Regionen von Australien über Beschränkungen im Zugang zu kulturellen und heiligen Stätten der Ureinwohner und die Überwachung solcher Beschränkungen diskutiert. Bislang setzt man meist auf freiwillige Appelle.

In Australien wächst in manchen Regionen jedoch die Zahl der Touristen recht rasch und zuweilen hinterlassen unsensible Besucher Abfälle und Fakälien oder Kletterer beschädigen Malereien im Fels.

Die örtlichen Verwaltungen haben meistens Schilder aufgestellt und bitten die Touristen die kulturelle und spirituelle Bedeutung des jeweiligen Ortes zur Kenntnis zu nehmen, ihre Pläne zu überdenken und freiwillig bestimmte Orte nicht zu besuchen bzw. Wanderungen, Klettertouren oder das Schwimmen zu unterlassen.

Kalkajaka (Black Mountain) – Queensland
Die lokalen Ureinwohner von Kuku Nyungkal sehen im dem Gebiet heiliges Schlachtfeld, und einige glauben es gebe dort eine dunkle Macht. Wer das Gebiet betrete könne sehr krank werden. Alternativ wird die 3 km lange Wanderung auf den Mount Cook empfohlen von dem aus man Cooktown, die Küste und das Riff überblickt.

Blue Hole – Queensland
Für die Kuku Yalanji ist dieser Badeplatz nördlich von Cairns im Regenwald des Daintree ein heiliger Ort für Frauen der Ureinwohner, den Männer nicht besuchen dürfen. Für Frauen ist der Badeplatz eine Art Heilbad und ein Ort an dem sie auch gebären. Als kulturell sensitive Alternative wird empfohlen in der Mossman Gorge zu baden. Dorthin werden auch geführte Wanderungen durch die Ureinwohner angeboten

Wollumbin (Mount Warning) – New South Wales
Der markanteste Berg in der Tweed Range im Hinterland von Byron Bay ist nach Überlieferung des lokalen Volks der Bundjalung ein heiliger Ort. Nur ausgewählte Männer sollten auf den Berg gehen, für Frauen sei er gefährlich. Bis jetzt ist der 8,8 km lange Weg ist eine der beliebtesten Wanderungen im Norden von New South Wales. Viele Wanderer möchten auf dem Berg den Sonnenaufgang erleben.

Mumbulla Falls – New South Wales
Für die Ureinwohner vom Stamm der Yuin sind die Wasserfälle die sich im Bereich der Biamanga Cultural Area befinden heilig. Sie bitten dort nicht zu schwimmen und alternativ in der etwa eine Stunde entfernten Bournda Lagune zu schwimmen. Dort kann man auch angeln oder Kajak fahren. Außerdem lassen sich dort Adler und Kängurus am Ufer beobachten.

St. Mary Peak – Südaustralien
Der mit 1.168 Metern höchste Punkt der Flinders Ranges ist von zentraler Bedeutung für die Schöpfungsgeschichte von Adnyamathanha. Dort seien zwei Schlangen herabgekommen und hätten viele der Vorfahren gefressen. Und der Berg sei der Kopf einer dieser Schlangen. Die Ureinwohner bitten vom Tanderra-Sattel aufzusteigen und den Blick in den Wilpena Pound zu genießen, aber von einer Besteigung des Gipfels abzusehen.

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