Deloitte-Prognose: Reisen nach Australien in 2022 mit Einschränkungen

Sydney – 12.04.21: Die Unternehmensberatung Deloitte geht in ihrem vierteljährlichen Bericht „Access Economics“ davon aus, dass Australien seine Grenzen nur allmählich wieder öffnen werde. Deloitte-Ökonom Chris Richardson erwartet, dass auch 2022 für Einreisen nach Australien aus den meisten Ländern auch weiterhin eine Form der Quarantäne erforderlich sein könnte. Folglich erwartet er für Jahr 2022 eine niedrige Anzahl von Einreisen aus dem Ausland. Das Niveau an Einreisen von Urlaubern vor der der Pandemie werde möglicherweise erst 2024 wieder erreicht. Deloitte sieht die Entwicklung abhängig vom Kampf zwischen Impfungen und Coronavirus-Mutationen. Die Unternehmensberatung erwartet, dass mit Hilfe der Impfstoffe dieser Kampf letztendlich gewonnen werden könne es eben jedoch länger dauern könne bis die australische Regierung Reisende aus dem Ausland auch ohne Quarantäne wieder als kalkulierbares Risiko einstufe.

Selbst wenn Impfstoffe zwischen Ende 2021 und Anfang 2022 das Erreichen einer Herdenimmunität bewirken könnten, vermutet Deloitte, dass wegen der jetzt bereits bekannt und möglicher zukünftiger Mutationen Reisen für Australier nach Übersee wie auch Einreise aus dem Ausland nach Australien für einige Zeit unwahrscheinlich sein dürften. In manchen Medien wurde die Studie von Deloitte unter verzerrten Überschriften zitiert. So ist es nicht etwa ausgemacht, dass Urlaubsreisen nach Australien erst 2024 wieder möglich sein sollen. Korrekt ist jedoch, dass Deloitte für zumindest einen Teil des Jahres 2022 mit starken Einschränkungen, beispielsweise durch Verpflichtung zu einer selbst finanzierten Quarantäne, rechnet.

🔗 Deloitte Access Economics Business Outlook April 2021

Herdenimmunität wahrscheinlich erst in 2022

Canberra – 11.04.21: Rund sechs Wochen nach dem aus vielerlei Gründen enttäuschend schleppenden Start der Impfungen in Australien musste die Regierung ihre Prognosen zum Erreichen der Herdenimmunität massiv korrigieren. Anstatt im Lauf des Oktober 2021 Herdenimmunität zu erreichen, geht nun Premierminister Scott Morrison vom Erreichen der Herdenimmunität zu einem undefinierten späterem Zeitpunkt aus. „Die Regierung hat auch keine neuen Ziele für die Fertigstellung der ersten Dosen festgelegt“, sagte Scott Morrisson in einer Erklärung.
Einer der Gründe für Australiens Impfmisere sieht der Premier in den Exportbeschränkungen für Impfstoffe der EU. Australien setzt bislang bei den Impfungen auf importierte und in Australien Dosen von AstraZeneca sowie importierte Dosen von Biontech und Pfizer. In Australien empfahlen die Gesundheitsbehörden mittlerweile auch den Impfstoff von AstraZeneca wegen des Risikos der Blutgerinnung nur an noch Personen über 50 Jahren zu verabreichen.

🔗 Bericht in ABC News Australia

Lockdown in Brisbane

Brisbane – 30.03.21: Am Montag, 29. März 2021 traten in Brisbane erneut Fälle der hoch ansteckenden britischen Mutante von Sars-Cov-2 auf. Die Regierung rief darauf einen zunächst dreitägigen Lockdown für den Großraum Brisbane aus. Betroffen sind die Gemeinden Brisbane, Logan, Ipswich, Redlands und Moreton Bay.

Die Polizei von Queensland warnt die Einwohner vor einer Reise außerhalb des Großraums vor Ende des Lockdowns. Wer vor Ende des Lockdowns zu einer Reise für die Osterferien aufbricht, riskiert Strafen von 1.334 AUD. Die Behörden könnten den Lockdown verlängern, wenn die Fallzahlen weiter steigen. In den Stunden vor dem Lockdown war der Verkehr auf den Autobahnen in Richtung Norden und Süden von Brisbane jedoch stark, was darauf hindeutet, dass viele Einwohner die Region vor den Beschränkungen verlassen haben.

Die Campingplätze an der Gold Coast und der Sunshine Coast verweigern derzeit jedermann aus dem Großraum Brisbane den Zutritt.

🔗 Bericht in ABC News

Impffortschritt weit hinter Hoffnungen der Regierung

Canberra – 22.03.21: Australien bleibt bislang im Fortschreiten der Impfung weit hinter den im Februar zum Impfstart geäußerten Hoffnungen der Regierung zurück. Die australische Regierung hoffte bis Ende März vier Millionen Menschen geimpft zu haben.

In der ersten Woche wurden lediglich 31.000 Impfdosen verabreicht statt geplanter 60.000. Stand 22. März 2021 wurden insgesamt 282.000 Impfdosen verabreicht. Man liegt derzeit 2,8 Millionen Impfdosen hinter der Planung.

Ob das Ziel bis Ende Oktober 2021 die gesamte Bevölkerung zu impfen erreicht werden kann,  erscheint derzeit zunehmend fraglicher. Australien hofft nach wie vor die Menge der Impfungen mit fortschreitendem Rollout massiv zu steigern.

The Guardian: Covid Vaccine Tacker Australia
Kompakte Übersicht zur Lage der Pandemie in Australien
Covidlive.com.au

Grenzöffnung für Urlauber wahrscheinlich erst 2022

Canberra – 18.01.21: Mit freiem Reisen innerhalb von Australien sei voraussichtlich nicht mehr in 2021 zu rechnen, so der medizinische Chefberater der australischen Regierung, Brendan Murphy ABC. Zu den derzeitigen Unsicherheiten zähle unter anderem, dass noch nicht bekannt sei ob die Impfung auch vor einer Übertragung schützen könne.

Ende Dezember 2020 prognostizierte Murphy, dass bis Oktober 2021 in Australien Herdenimmunität erreicht sein könnte.

🔗 Bericht in ABC News

Dringender Hilferuf der australischen Tourismusindustrie

Sydney – 18.01.2021: Nachdem in einem Interview mit ABC am 18. Januar der führende Berater des Gesundheitsministeriums Brendan Murphy anmerkt, dass Australien den größten Teil des Jahres 2021 noch erheblichen Einreisebeschränkungen und Verpflichtung zur Quarantäne aufrecht erhalt werden dürfte, meldeten sich Vertreter der Tourismusindustrie mit Hilferufen.

Der Inlandstourismus könne keineswegs die Lücke füllen, die durch das Fehlen der Reisenden aus dem Ausland entstanden ist. Schon das Jahr 2020 wäre verheerend gewesen. Nun drohe 2021 ein Desaster. Ein durchschnittlicher Besucher aus China in Australien würde während seines Aufenthalts etwa 8.500 AUD ausgeben, rund 7000 AUD mehr wie der durchschnittliche Australier, so Margy Osmond, CEO des Tourism and Transport Forums. Sie forderte auch ein einheitliches System der Grenzbeschränkungen innerhalb Australiens. Durch die Reiseeinschränkungen um Weihnachten durch den Virus-Ausbruch in Sydney hätten die Tourismusunternehmen Milliarden von Dollar verloren. Bislang gibt es keine national einheitliche Definition für COVID-19-Hotspots und daraus folgenden Maßnahmen.

Besonders kritisch wird es ab April 2021, da Ende März das Unterstützungsprogramm JobKeeper endet. Die Regierung müsse sehr ernsthaft darüber nachdenken müssen, wie sie die Branche in den nächsten Jahren unterstützen würde, nicht nur in den nächsten Monaten sonst laufe sie in Gefahr, dass von dieser Branche zum Zeitpunkt der Öffnung der Grenzen nicht mehr viel übrig sei. Finanzminister Josh Frydenberg signalisierte bislang noch nicht, dass er weiteren Handlungsbedarf erkenne. Er wies kürzlich auch auf spezifische Unterstützungsmaßnahmen für den Reisesektor in Millionenhöhe hin, darunter einen regionalen Tourismusfonds und Auszahlungen von Unterstützung in bar für Reisebüros.

🔗 Bericht in ABC News

Brisbane: Kurz-Lockdown aufgehoben

Brisbane – 12.01.21: Nach drei Tagen wurde der Lockdown aufgehoben, der nach der Entdeckung einer Ansteckung mit dem mutierten Coronavirus der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7 am 8. Januar 2021 ausgerufen wurde. Die Virus-Mutation wurde bei einer Reinigungskraft festgestellt, die in einem Quarantäne-Hotel arbeitet, in dem australische Staatsbürger oder Besitzer einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung sich aufhalten müssen, wenn sie aus dem Ausland zurückkehren. In Brisbane wurde nach Auftreten der Virus-Mutation Massentests durchgeführt. Nachdem in den vergangenen Tagen keine weiteren Corona-Fälle entdeckt wurden, konnte der Lockdown aufgehoben werden.

Website Premierministerin Annastacia Palaszczuk – Statement 11.01.21